Im Land der Schleifen

Katalonien – An vielen Balkonen und Fenstern hängt die Landesflagge. Auf dem Asphalt der Straßen prangt die gelbe Schleife. Manchmal vereinzelt, oftmals in Gruppen gesprayt. Am Straßenrand sind Schleifen kilometerlang an Zäunen und Fahrbahnbegrenzungen gebunden. Im ersten Moment könnte man meinen, es handle sich um eine Maßnahme der Straßenwacht, doch durch die Häufung der gebundenen Artefakte kommt man schließlich zu einer anderen Einschätzung, die Presse spricht sogar vom „Krieg der Schleifen“. Hier wird protestiert, sichtbar und unmissverständlich. Die Graffiti, die von Freiheit und Unabhängigkeit träumen unterstreichen das Ganze. Die Landschaft Kataloniens ist abseits der Küste atemberaubend schön. Hügelig bis bergig, mit moderaten Schluchten durchzogen. Die Menschen wirken in ihrer Art auf uns sehr offen.

Die Wege sind mit gelben Schleifen gesäumt.

Da wir schon mal hier sind, statten wir dem Kloster Montserrat einen Besuch ab. Leider haben wir uns einen schlechten Tag, bzw. das falsche Wetter ausgesucht. Wir sehen kaum unsere Hand vor Augen. Mitten in den tief hängenden Wolken kriechen wir langsam auf 700 Meter hoch. Oben angekommen können wir vor lauter Dunst die imposante Anlage nur erahnen. Das Bergmassiv, sowie das Kloster sind für die katalanische Kultur von hoher symbolischer Bedeutung. Die Schutzheilige des Landes, die aus dem 12.Jahrhundert stammende Schwarze Madonna Unserer Lieben Frau von Montserrat befindet sich in der Apsis des Klosters. Im Museum finden sich Werke von Caravaggio, El Greco, Dali, Tiepolo, Picasso, Monet, Degas und einigen anderen Künstlern. Und vor allem wird hier der Llibre Vermell de Montserrat verwahrt. Die Komposition Stella splendens (Video) ist ein Teil davon.

Im Kloster Montserrat …
Februar – es ist warm und die Aussicht grandios.

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