Vom Burgenland in die Steiermark

Das Burgenland ist das östlichste der Länder Österreichs und gemessen an seiner Einwohnerzahl kleinste. Das Land ist stark von der Landwirtschaft geprägt, viele pendeln nach Wien, oder Graz zur Arbeit. Die Grundstückspreise sind hier noch äußerst niedrig. Erst durch den Vertrag von Trianon wurde das Burgenland im Jahr 1921 in das österreichische Staatsgebiet eingegliedert. Die Landschaft ist von den Ausläufern der Pannonischen Tiefebene geprägt, eher flach. Die Häuser in den Dörfern sind sehr klein und in der Regel einstöckig. Die Häuserzeilen präsentieren sich ohne Bauwich und laufen deswegen unserer architektonischen Gewohnheit zuwider. Die Fassaden leuchten ebenfalls in Farbnuancen, die so mancher spöttisch als „Trabifarben“ bezeichnen würde. Im südlichen Burgenland und der südwestlichen Steiermark finden wir keine hohen Berge und tiefe Täler. Der Blick kann bis zum Horizont schweifen und wird nur von der hügeligen Landschaft in der Ferne begrenzt. In Deutsch Jahrndorf stehen wir alleine auf einer Wiese im Ort. Das Dreiländereck Österreich-Slowakei-Ungarn befindet sich nicht einmal zwei Kilometer von hier und ist über einen Feldweg zu erreichen.

Dreiländereck Österreich-Slowakei-Ungarn bei Deutsch Jahrndorf, von der ungarischen Seite aus betrachtet. Rechts hinten sieht man die Hochhäuser von Bratislava.

Wir parken gerade auf den Hof unserer Gastfamilie in Deutsch Kaltenbrunn, als ein Gewitter mit Hagelschauer einsetzt. Der Hausherr öffnet die Scheune für uns, damit wir mit unserem Herbie den Hagelschauer sicher überstehen. Bereits bei der Fahrt zum Hof suchten wir Schutz unter einem Vordach einer Lagerhalle. Hagelkörner fallen in dieser Gegend oftmals in Form von Tennisbällen vom Himmel. Wir hatten Glück. Wenn selbst die Einheimischen sich mit ihren Autos unter Tankstellendächer stellen, sind wir nicht so vermessen dieses Naturphänomen zu bagatellisieren. Auf dem Hof sehen wir Brillenschafe und Hühner zur Selbstversorgung. Die Familie ist wieder einmal sehr unkompliziert und sympathisch. Am nächsten Tag treffen wir Thomas auf dem Hof. Er wohnt im Ort, ist Deutscher und hat lange im oberfränkischen Raum gelebt. Er lädt uns zu einem Kaffee ein. Sein Haus finden wir, da ein Auto mit Bamberger Kennzeichen in der Einfahrt steht. Er bewohnt einen alten Vierkanthof mit weitläufigem Garten und einem Pool, der fast schon als Schwimmbad durchgehen könnte. Auf seiner Veranda findet unsere erste Erfahrung mit dem Uhudler statt. Nach dieser Begegnung decken wir uns mit dem bürokratisch umstrittenen Rebensaft ein. Ein paar Flaschen Kürbiskernöl kommen natürlich mit dazu.

Ohne Worte.
Ein Blick in die Ferne von Kitzeck im Sausal aus.

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